Im Rahmen ihrer regelmäßigen Fachgespräche mit ihren Mitgliedern empfing die DIIHK eine Gruppe von Führungskräften und Branchenvertretern aus den Bereichen Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie.
An dem Treffen, das in den Räumlichkeiten der DIIHK stattfand, nahmen Shahin Asghari, Präsident der DIIHK, sowie Arash Soltani, Vorstandsmitglied der DIIHK, gemeinsam mit zahlreichen namhaften Unternehmern und Branchenvertretern der iranischen Lebensmittelindustrie teil. Diskutiert wurden unter anderem die Steigerung der Lebensmittelexporte, die Erschließung des Marktes für Halal- und Bio-Produkte, die Erleichterung des Zahlungsverkehrs, der Technologietransfer, die gezielte Teilnahme iranischer Unternehmen an Fachmessen in Deutschland sowie die Anforderungen für den Zugang zum deutschen Markt.
Zum Auftakt der Veranstaltung betonte Shahin Asghari die Bedeutung der Lebensmittelindustrie für die Arbeit der DIIHK: „Die iranische Lebensmittelindustrie verfügt über ein sehr großes Potenzial. Wir sind jedoch der Ansicht, dass Iran während der Zeit des Atomabkommens JCPOA besser auf die sich eröffnenden wirtschaftlichen Chancen hätte vorbereitet sein müssen. Umso mehr sehen wir heute gemeinsam mit den Akteuren der Lebensmittelindustrie gute Chancen für eine Ausweitung der Handelsbeziehungen mit Deutschland. Der größte iranische Export nach Deutschland entfällt auf den Lebensmittelbereich. Angesichts der Größe des deutschen Lebensmittelmarktes kann Iran jedoch auf eine weitere Ausweitung der Handelsbeziehungen mit Deutschland setzen.“
Asghari verwies zudem auf die Bedeutung Deutschlands als wichtigstem Handelspartner Irans in Europa und unterstrich das große Marktpotenzial Deutschlands. Im Mittelpunkt der Diskussion standen dabei insbesondere das Importvolumen Deutschlands im Lebensmittelbereich von rund 32 Milliarden Euro sowie die Rolle der DIIHK bei der Steigerung des iranischen Marktanteils.
In diesem Zusammenhang bezeichneten die Teilnehmer die Steigerung der iranischen Halal-Exporte und den Ausbau der Präsenz iranischer Unternehmen auf dem Markt für Bio-Produkte als wichtige Ziele. Gleichzeitig wurde die Notwendigkeit betont, trotz der bestehenden Einschränkungen und Herausforderungen infolge der Sanktionen konkrete Wege für den Zugang iranischer Unternehmen zum deutschen Markt zu entwickeln.
Arash Soltani, Vorstandsmitglied der DIIHK, betonte die Notwendigkeit, die Anliegen und Anfragen der Mitglieder gezielt und sorgfältig zu prüfen. Er sprach sich dafür aus, dass die DIIHK die Bedürfnisse der einzelnen Branchen identifiziert und ihre Unterstützungsangebote und Dienstleistungen entsprechend den Anforderungen der Unternehmen ausrichtet.
Rashid Azizpour, Vorsitzender der Kommission für Lebensmittelindustrie der iranischen Handels-, Industrie-, Bergbau- und Landwirtschaftskammer, verwies in seinem Beitrag auf die Potenziale Irans in der Lebensmittelindustrie: „Eines der wichtigsten Ziele iranischer Unternehmen ist es, die Exporte von Halal-Produkten zu steigern und ihre Präsenz auf internationalen Märkten auszubauen. Darüber hinaus ist auch der Zugang zum Markt für Bio-Produkte und dessen Erschließung ein wichtiges Ziel, das neue Chancen für die Entwicklung der iranischen Exporte eröffnen kann. Angesichts der Produktionskapazitäten Irans und der wachsenden Nachfrage nach Halal- und Bio-Produkten auf den internationalen Märkten können eine Verbesserung der Qualität, die Einhaltung internationaler Standards und eine professionelle Verpackung dazu beitragen, die Präsenz iranischer Unternehmen auf diesen Märkten auszubauen.“
Kaveh Zargaran, Mitglied der Delegiertenversammlung der iranischen Handelskammer, betonte ebenfalls das große Potenzial der iranischen Lebensmittelindustrie und die Notwendigkeit einer Ausweitung der Handelskooperation zwischen Iran und Deutschland: „Die iranische Lebensmittelindustrie verfügt über erhebliche Potenziale für den Export und die Präsenz auf internationalen Märkten. Eine stärkere Handelskooperation zwischen Iran und Deutschland kann dazu beitragen, diese Potenziale besser zu nutzen, die Absatzmärkte für iranische Produkte auszubauen und neue Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit zwischen den Wirtschaftsakteuren beider Länder zu schaffen.“
Im weiteren Verlauf des Treffens betonte Abolhasan Khalili, Geschäftsführer von Ghoncheh & Nazgol, die Bedeutung einer gezielten Präsenz iranischer Unternehmen auf internationalen Fachmessen: „Ein wichtiger Schritt zur Entwicklung der Exporte ist die Entsendung gezielter und fachlich spezialisierter Delegationen zu internationalen Fachmessen in verschiedenen Branchen, insbesondere in der Lebensmittelindustrie. Diese Delegationen können durch die Identifizierung geeigneter Märkte, den direkten Kontakt zu Wirtschaftsakteuren und die Prüfung von Kooperationsmöglichkeiten neue Geschäftschancen und Möglichkeiten für die Exportentwicklung iranischer Unternehmen schaffen.“
Der Präsident der DIIHK verwies in diesem Zusammenhang auf bereits durchgeführte Maßnahmen: „Die DIIHK hat bereits Fachdelegationen aus verschiedenen Industriebereichen nach Deutschland entsandt und setzt sich weiterhin dafür ein, die Präsenz iranischer Wirtschaftsakteure auf dem deutschen Markt entsprechend den Anforderungen der jeweiligen Branche zu unterstützen und zu erleichtern.“
Ein weiterer Schwerpunkt des Treffens war der Technologietransfer sowie die Nutzung deutschen Know-hows und deutscher technischer Ausrüstung. Auch die bestehenden Herausforderungen beim Zahlungsverkehr und im Versicherungsbereich sowie mögliche Lösungen zur Erleichterung dieser Prozesse wurden diskutiert. Einer der Teilnehmer verwies auf die Einfuhr deutscher Maschinen nach Iran und betonte die Notwendigkeit, die Einreise deutscher Techniker und Fachkräfte für die Installation, Inbetriebnahme und Nutzung dieser Anlagen zu erleichtern. Zugleich wurde eine stärkere Unterstützung durch die DIIHK in diesem Bereich angeregt.
Asghari erklärte hierzu: „Die DIIHK kann im Bereich der Handelsförderung die erforderlichen Informationen und Standards des deutschen Marktes für die Wirtschaftsakteure bereitstellen. Dadurch können sich Unternehmen mit den Anforderungen dieses Marktes besser vertraut machen und ihre Voraussetzungen für den Export und die Ausweitung ihrer Aktivitäten verbessern.“
Hooman Hajipour, Generalsekretär der Importeursvereinigung, dankte der DIIHK für ihre Arbeit und betonte die wichtige Rolle der Kammer bei der Entwicklung und Erleichterung der Handelsbeziehungen zwischen Iran und Deutschland. Er hob insbesondere die Bedeutung der DIIHK bei der Vernetzung von Wirtschaftsakteuren und der Ausweitung der Handelskooperation in verschiedenen Branchen, insbesondere in der Lebensmittelindustrie, hervor.
Das Fachgespräch endete mit einem klaren Bekenntnis zur Stärkung der Rolle der DIIHK als Vermittlerin und Unterstützerin der Handelsbeziehungen zwischen Iran und Deutschland. Im Mittelpunkt stehen dabei die Identifizierung neuer Kooperationspotenziale, die Vernetzung iranischer und deutscher Unternehmen sowie die Schaffung von Voraussetzungen für eine stärkere Präsenz iranischer Produkte auf dem deutschen Markt. Darüber hinaus wurde vereinbart, den fachlichen Dialog mit den Akteuren der Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie fortzusetzen und die im Rahmen des Treffens eingebrachten Vorschläge und Anliegen weiterzuverfolgen.