
Iran-Deutschland-Handel von Januar bis September 2025; Rückgang des bilateralen Handels um 21 Prozent
20.11.2025Ein Schwarzer Black Friday für deutsche Einzelhändler
Die Flut chinesischer Waren auf dem deutschen Markt, insbesondere kurz vor dem Black Friday, hat die Gewinnmargen der Einzelhändler deutlich geschmälert.
Der Druck durch chinesische Importe hat in diesem Jahr spürbar zugenommen. Laut einem vom Auswärtigen Amt in Auftrag gegebenen Bericht des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) haben die hohen Zölle der USA viele chinesische Unternehmen dazu veranlasst, ihre Exporte nach Deutschland umzuleiten. So stiegen beispielsweise die deutschen Importe von Plug-in-Hybridfahrzeugen aus China im ersten Halbjahr dieses Jahres um 80 Prozent, während die Importe derselben Fahrzeuge in die USA um nahezu 99 Prozent zurückgingen. Durch diese Verschiebung hat sich der Marktanteil Chinas in Deutschland weiter erhöht.
Neue Analysen zeigen, dass der massive Zustrom chinesischer Waren kurz vor dem Black Friday die Gewinnmargen deutscher Einzelhändler erheblich reduziert hat. Eine gemeinsame Untersuchung von Kearney und 7Learnings ergab, dass das gestiegene Angebot in 35 Warengruppen zu einem Gewinnrückgang von 144 Millionen Euro und einem beispiellosen Preisdruck geführt hat. Aufgrund der hohen US-Zölle haben viele chinesische Hersteller ihre Exporte in die EU verlagert, wodurch sich das Angebot um rund 11 Prozent erhöht hat. Einzelhändler sehen sich daher gezwungen, früher und stärker zu rabattieren, um ihre Warenbestände nicht zu sehr ansteigen zu lassen. In einem ohnehin angespannten wirtschaftlichen Umfeld setzt dies ihre Profitabilität zusätzlich unter Druck.
Fachleute sehen einen Zusammenhang mit Preisdumping. Dieses Thema war auch zentraler Bestandteil der Chinareise von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil Anfang November 2025, als die US-Zölle auf chinesische Waren im zweiten Quartal 2025 auf bis zu 145 Prozent stiegen. Parallel dazu nahmen die Sorgen über exportseitige Ausweichbewegungen und die Schwächung deutscher Hersteller zu. Die aktuellen Daten zeigen nun, dass diese Sorgen nicht unbegründet waren.
Source: Handelsblatt